Hallo zusammen,
endlich komme ich einmal wieder dazu euch zu schreiben. Lange
ist es her. Was ist in den letzten zwei Monaten bei mir so alles passiert?
Nun…
vor genau sechs Wochen sind wir in unsere neue Wohnung gezogen und nachdem
unsere damalige Vermieterin vergessen hatte die Stromrechnung zu bezahlen und
wir daher an einem unsere letzten Abende im Dunklen saßen, während beim Metzger
gegenüber unerschütterlich die elektronische Werbetafel abwechselnd fröhlich
über die Weide trabende Rinder und rohe Fleischstücken zeigte, fiel uns der
Abschied aus der alten Wohnung auch nicht ganz so schwer.
In der neuen Wohnung in Kadiköy angekommen, haben wir erst
einmal den Hausrat etwas aufgestockt und das perfekt aufeinander abgestimmte Möbiliar mit ein paar gebrauchten Büromöbeln, die wir übrigens erstmal durch halb Kadiköy transportieren mussten, durcheinander gebracht.
Mittlerweile haben wir uns
hier gut eingelebt und die Leute sind alle super freundlich zu uns: Im kleinen
Laden unter unserer Wohnung, bekommen wir beim Einkauf immer Bonbons und
Kaugummis geschenkt im Druckcenter werde ich jede Woche in neue Gespräche
verwickelt und außerdem habe ich direkt um die Ecke einen Ebru-Malkurs bei
einem Ebrukünstler begonnen.
Da die Stadt einem auf Dauer aber doch zu viel wird, haben
wir unsere Ferientage Ende Oktober genutzt, um in ein abgelegenes Ökodorf bei
Fethiye im Süd-Westen der Türkei zu fahren: Kaum Strom, kein Internet, kein
Handy, stattdessen aber leckere, selbst angebaute Lebensmittel, frische Luft,
Ruhe und einen unglaublich schöner Sternenhimmel. Aber auch harte Arbeit, wie z.B. Mithelfen
beim Bau eines Lehmhauses.
Zurück in Istanbul habe ich dann einmal wieder an einer
Exkursion von den Bremer Studierenden mit teilgenommen. Zusammen mit unserem
Dozenten machten wir uns auf die Spuren eines alten Reisetagebuchs aus dem
Jahre 1802. Wir orientierten uns an den Aufzeichnungen des Oldenburgers Ulrich
Jasper Seetzen und verglichen die heutigen Orte mit seinen Beschreibungen vor
200 Jahren. Außerdem beschäftigten wir uns auch mit den verschiedenen
Religionen in Istanbul, was vielleicht sogar Thema meiner Masterarbeit werden
wird.
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| Besuch eines Usbeki-Sufiordens |
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| Eine Synagoge im Galata-Viertel |
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| Der Stadtteil Balat, eine ehemals jüdischer Stadtteil |
| Der Stadtteil Balat |
Apropos Religionen in Istanbul. Am letzten Wochenende
durften wir ja dann sogar ein bisschen päpstliche Luft schnuppern, da Papst
Franziskus den Patriarchen von Istanbul, das Oberhaupt der
griechisch-orthodoxen Kirche, besuchte. Aber nicht nur der hatte Besuch, sondern
auch ich: Meine Mutter war für das Wochenende gekommen und gemeinsam machten
wir uns auf Erkundungstour in Istanbul.
| Die Hagia Sophia |
| Mosaiken in der Chora Kirche |
Ansonsten gibt es nicht viel mehr zu berichten, denn mit Uni-Seminaren,
Masterarbeitsvorbereitung, Türkisch-Kurs und Ebru-Malkurs bin ich momentan
relativ gut ausgelastet und freue mich schon auf die (in der Türkei eigentlich
nicht existierenden und daher einfach von mir selbst beschlossenen) Weihnachtsferien,
an denen ich nach Deutschland kommen werde. Der Weihnachtsmarkt in der
deutschen Schule am kommenden Samstag und Muttis Adventskalender werden mir
meine Wartezeit bis dahin aber sicherlich versüßen.
Das war’s soweit von mir! Iyi geceler und bis demnächst,
eure M






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