Montag, 1. Dezember 2014

Mein Herbst in Istanbul



Hallo zusammen,

endlich komme ich einmal wieder dazu euch zu schreiben. Lange ist es her. Was ist in den letzten zwei Monaten bei mir so alles passiert? 
Nun… vor genau sechs Wochen sind wir in unsere neue Wohnung gezogen und nachdem unsere damalige Vermieterin vergessen hatte die Stromrechnung zu bezahlen und wir daher an einem unsere letzten Abende im Dunklen saßen, während beim Metzger gegenüber unerschütterlich die elektronische Werbetafel abwechselnd fröhlich über die Weide trabende Rinder und rohe Fleischstücken zeigte, fiel uns der Abschied aus der alten Wohnung auch nicht ganz so schwer. 

In der neuen Wohnung in Kadiköy angekommen, haben wir erst einmal den Hausrat etwas aufgestockt und das perfekt aufeinander abgestimmte Möbiliar mit ein paar gebrauchten Büromöbeln, die wir übrigens erstmal durch halb Kadiköy transportieren mussten, durcheinander gebracht. 


Mittlerweile haben wir uns hier gut eingelebt und die Leute sind alle super freundlich zu uns: Im kleinen Laden unter unserer Wohnung, bekommen wir beim Einkauf immer Bonbons und Kaugummis geschenkt im Druckcenter werde ich jede Woche in neue Gespräche verwickelt und außerdem habe ich direkt um die Ecke einen Ebru-Malkurs bei einem Ebrukünstler begonnen.


Da die Stadt einem auf Dauer aber doch zu viel wird, haben wir unsere Ferientage Ende Oktober genutzt, um in ein abgelegenes Ökodorf bei Fethiye im Süd-Westen der Türkei zu fahren: Kaum Strom, kein Internet, kein Handy, stattdessen aber leckere, selbst angebaute Lebensmittel, frische Luft, Ruhe und einen unglaublich schöner Sternenhimmel.  Aber auch harte Arbeit, wie z.B. Mithelfen beim Bau eines Lehmhauses. 









Zurück in Istanbul habe ich dann einmal wieder an einer Exkursion von den Bremer Studierenden mit teilgenommen. Zusammen mit unserem Dozenten machten wir uns auf die Spuren eines alten Reisetagebuchs aus dem Jahre 1802. Wir orientierten uns an den Aufzeichnungen des Oldenburgers Ulrich Jasper Seetzen und verglichen die heutigen Orte mit seinen Beschreibungen vor 200 Jahren. Außerdem beschäftigten wir uns auch mit den verschiedenen Religionen in Istanbul, was vielleicht sogar Thema meiner Masterarbeit werden wird.

Besuch eines Usbeki-Sufiordens

Eine Synagoge im Galata-Viertel

Der Stadtteil Balat, eine ehemals jüdischer Stadtteil

Der Stadtteil Balat

Apropos Religionen in Istanbul. Am letzten Wochenende durften wir ja dann sogar ein bisschen päpstliche Luft schnuppern, da Papst Franziskus den Patriarchen von Istanbul, das Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche, besuchte. Aber nicht nur der hatte Besuch, sondern auch ich: Meine Mutter war für das Wochenende gekommen und gemeinsam machten wir uns auf Erkundungstour in Istanbul. 

Die Hagia Sophia
Mosaiken in der Chora Kirche

Ansonsten gibt es nicht viel mehr zu berichten, denn mit Uni-Seminaren, Masterarbeitsvorbereitung, Türkisch-Kurs und Ebru-Malkurs bin ich momentan relativ gut ausgelastet und freue mich schon auf die (in der Türkei eigentlich nicht existierenden und daher einfach von mir selbst beschlossenen) Weihnachtsferien, an denen ich nach Deutschland kommen werde. Der Weihnachtsmarkt in der deutschen Schule am kommenden Samstag und Muttis Adventskalender werden mir meine Wartezeit bis dahin aber sicherlich versüßen. 

Das war’s soweit von mir! Iyi geceler und bis demnächst,
eure M

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