Das letzte Wochenende verbrachte ich
mit Seyda bei ihrem Freund und dessen Mitbewohner in Bursa.
Nach einem kleinen Sprint zur Fähre,
die dann doch zehn Minuten später fuhr (Mist, ich bin einfach noch
zu Deutsch für dieses Land), nahmen wir von Kabatas aus die Fähre
in Richtung Bursa. Ich hätte keinen so starken Wellengang erwartet
und bevorzugte es folglich nichts zu lesen. In Bursa angekommen
holten uns Seydas Freund Furkan und dessen Mitbewohner Murat mit dem
(für 24 h gemieteten) Auto ab und es ging nach Mudanya, wo wir Fisch
aßen und einen Spaziergang am Wasser machten. Die Jungs selbst
wohnen nicht direkt in Bursa, sondern in Görükle, einem
großflächigen Wohnanlage für Studenten der Uludag Universität mit
eigen Bars, Cafes und Einkaufsmöglichkeiten.Während ich noch völlig
entzückt war über die Ruhe und die grüne Natur in diesem kleinen
Örtchen, beschwerte sich Seyda schon es ei ihr hier viel zu ruhig. Tja
so ist das, wenn man sich an den Trubel in Istanbul gewöhnt hat.
Am nächsten Tag fuhren wir dann auch
in die umliegende Umgebung, nach Inkaya, wo wir im Cafe „Cinar“
frühstückten und die Aussicht genossen, danach ging es weiter nach
Kestel, wo wir – wie sollte es auch anders sein- wieder aßen. In
Cumalikizik, einem sehr alten kleinen Dorf, schlenderten wir dann
noch ein bisschen durch die Gassen, bevor ich auch das Zentrum Bursas
kennenlernen, die Gräber der ersten Sultane begutachten und die
Uludag Cami (Moschee) besuchen durfte. Am nächsten Tag mussten wir
dann Plan B wählen, da Plan A (Besuch des Uludag Berges) wegen
gesperrter Seilbahn nicht realisierbar war. Aber auch mit Plan B
konnte ich gut leben, denn der bestand aus einer Radtour mit
lila-pinkem Rad durch den
Botanischen Garten bei Sonnenuntergang und anschließendem Abendessen
bei Köfte Yusuf. Während wir dort nach (untürkischem) bravem
Schlangestehen dann endlich einen Sitzplatz hatten und unsere Köfte
genossen, fragte ich mich, ob die Kellner einen kleinen Sprint als
Einstellungstest vorweisen mussten, denn ich fühlte mich eher wie
auf einer Mischung aus lautem Bazar und Rennbahn als wie in einem Lokal.
Vielleicht gab es aber auch einen Wettkampf unter den Angestellten,
wer am schnellsten Bedienen kann. Wettkämpfe, das scheinen sie hier
ja zu lieben: wer kann lauert Brüllen, wer kann besser Drängeln, wer kann seine Freundin eng umschlungener halten,
wer kann besser Backen und nun ja wer kann schneller Bedienen!
Vor unserer Abreise
wurde ich dann noch in die Medizinerkreise eingeführt, denn wir
besuchten Furkan, Medizin Student, im Krankenhaus auf dem
Universitätsgelände, wo es neben Mensaessen auch appetitlichen
metallenen Tabletts, sogar die Wahl zwischen Nescafe und Jacobs
Kaffee gibt. Danach hieß es dann Abschied nehmen von der grünen
Idylle und ab auf die Fähre in Richtung Istanbul!
Ach Bursa, schön war's!
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| Bursa |
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| "Cinar" (=Platane, dieser Baum hat schon 600 Jahre Menschheitsgeschichte mitbekommen) |
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| Cumalikizik |
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| Cumalikizik |
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| Radtour im Botanischen Garten in Bursa |
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| Uludag |
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