Donnerstag, 7. Februar 2013

Bursa

Das letzte Wochenende verbrachte ich mit Seyda bei ihrem Freund und dessen Mitbewohner in Bursa.
Nach einem kleinen Sprint zur Fähre, die dann doch zehn Minuten später fuhr (Mist, ich bin einfach noch zu Deutsch für dieses Land), nahmen wir von Kabatas aus die Fähre in Richtung Bursa. Ich hätte keinen so starken Wellengang erwartet und bevorzugte es folglich nichts zu lesen. In Bursa angekommen holten uns Seydas Freund Furkan und dessen Mitbewohner Murat mit dem (für 24 h gemieteten) Auto ab und es ging nach Mudanya, wo wir Fisch aßen und einen Spaziergang am Wasser machten. Die Jungs selbst wohnen nicht direkt in Bursa, sondern in Görükle, einem großflächigen Wohnanlage für Studenten der Uludag Universität mit eigen Bars, Cafes und Einkaufsmöglichkeiten.Während ich noch völlig entzückt war über die Ruhe und die grüne Natur in diesem kleinen Örtchen, beschwerte sich Seyda schon es ei ihr hier viel zu ruhig. Tja so ist das, wenn man sich an den Trubel in Istanbul gewöhnt hat.
Am nächsten Tag fuhren wir dann auch in die umliegende Umgebung, nach Inkaya, wo wir im Cafe „Cinar“ frühstückten und die Aussicht genossen, danach ging es weiter nach Kestel, wo wir – wie sollte es auch anders sein- wieder aßen. In Cumalikizik, einem sehr alten kleinen Dorf, schlenderten wir dann noch ein bisschen durch die Gassen, bevor ich auch das Zentrum Bursas kennenlernen, die Gräber der ersten Sultane begutachten und die Uludag Cami (Moschee) besuchen durfte. Am nächsten Tag mussten wir dann Plan B wählen, da Plan A (Besuch des Uludag Berges) wegen gesperrter Seilbahn nicht realisierbar war. Aber auch mit Plan B konnte ich gut leben, denn der bestand aus einer Radtour mit lila-pinkem Rad durch den Botanischen Garten bei Sonnenuntergang und anschließendem Abendessen bei Köfte Yusuf. Während wir dort nach (untürkischem) bravem Schlangestehen dann endlich einen Sitzplatz hatten und unsere Köfte genossen, fragte ich mich, ob die Kellner einen kleinen Sprint als Einstellungstest vorweisen mussten, denn ich fühlte mich eher wie auf einer Mischung aus lautem Bazar und Rennbahn als wie in einem Lokal. Vielleicht gab es aber auch einen Wettkampf unter den Angestellten, wer am schnellsten Bedienen kann. Wettkämpfe, das scheinen sie hier ja zu lieben: wer kann lauert Brüllen, wer kann besser Drängeln, wer kann seine Freundin eng umschlungener halten, wer kann besser Backen und nun ja wer kann schneller Bedienen!
Vor unserer Abreise wurde ich dann noch in die Medizinerkreise eingeführt, denn wir besuchten Furkan, Medizin Student, im Krankenhaus auf dem Universitätsgelände, wo es neben Mensaessen auch appetitlichen metallenen Tabletts, sogar die Wahl zwischen Nescafe und Jacobs Kaffee gibt. Danach hieß es dann Abschied nehmen von der grünen Idylle und ab auf die Fähre in Richtung Istanbul!
Ach Bursa, schön war's!

Bursa

"Cinar" (=Platane, dieser Baum hat schon 600 Jahre Menschheitsgeschichte mitbekommen)

Cumalikizik

Cumalikizik


Radtour im Botanischen Garten in Bursa

Uludag

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