Dienstag, 25. Dezember 2012

Weihnachtszeit in Istanbul

Merhabalar!

Ja es scheint wohl die Weihnachtsfeiertage gebraucht zu haben, damit ich euch endlich einmal wieder aus Istanbul berichte - und das, obwohl ich gerade über Weihnachten in Deutschland bin und das gute deutsche Essen und die ländliche Ruhe genieße. Aber am Samstag wird es schon wieder zurück gehen, zurück ins bunte und laute Istanbul.

Dass Istanbul so bunt und laut und lebhaft ist, wurde mit wiedereinmal mehr bewusst, als Sophie und ich ein neues Reiseziel besuchten: Diesmal hieß es ab in die Hauptstadt. Sophie hat in Ankara ein Praktikum geplant und so beschlossen wir die Ferien Ende November zu nutzen, um uns einmal einen eigenen Eindruck von der Stadt zu machen, die alle nur als langweilig und grau beschrieben. Umso überraschter waren wir deshalb bei unserer Ankunft. Denn uns gefiel die Stadt wirklich gut. Ob das wohl an dem europäischen Erscheinungsbild lag? Ein großes Stadtzentrum, riesige Shoppingcenter, breite geordnete Straßen, weniger Verkehr als in Istanbul...

Übernachten konnten wir bei Kirsten, einer Kommilitonin aus Bremen. Wir genossen diese größtenteils Touristen-leere Stadt und besuchten das Atatürk Mausoleum, von dem aus man eine unglaubliche Aussicht hat. Hier entstand auch ein neues Spiel: Wer erspäht mehr Türkei-Flaggen?! Tja also zu wenig Nationalstolz kann man den Türken wahrlich nicht vorwerfen!!




Aber auch zurück in Istanbul wurde mir nicht langweilig. Mit Sedat, meinem „Museumsfreund“, wie ich ihn so gerne nenne (weil er alle Museen in Istanbul besuchen möchte), besuchte ich die größte Buchmesse in Istanbul, die alljährlich vom „Tüyap“- Buchhandel abgehalten wird. Dort durfte ich feststellen, dass auch die türkische Jugend eine meiner Lieblingskrimis kenn!






Adventszeit in der Türkei

Ein Laden in Ankara
Zugegeben so richtig in Weihnachtsstimmung kam ich in Istanbul nicht. Das konnte auch der Besuch des Deutschen Weihnachtsmarktes an der deutschen Botschaftsschule nicht ganz ändern. Für Leckereien wie Käse, Lebkuchen, Weihnachtsgebäck etc. musste man sich sogar über eine Stunde anstellen, was ich aber gerne in Kauf nahm und drei Adventskalender für die WG ergatterte sowie leckeren Stollen probierte. Und noch viel besser: Es gab Kassler mit Sauerkraut!! Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen!! Plätzchen gab es dort auch zu kaufen, aber die haben wir natürlich lieber selbst gebacken!!
Zu meiner Überraschung gab es sogar relativ viel Weihnachtsdekoration und auch in den Geschäften war viel davon zu kaufen. Dies ist in Istanbul allerdings nicht für Weihnachten gedacht, sondern ist hier sozusagen zu einer Tradition für Neujahr geworden. Tatsächlich werden dann auch kleine Geschenke überreicht und einige kennen sogar so etwas wie Wichteln. Der „Weihnachts-Konsum“ wird hier also stattdessen auf Neujahr umgeleitet. 

Der Weihnachtsbaum auf dem Deutschen Weihnachtsmarkt

Kassler
Plätzchenbacken

Neben Weihnachtsmarkt, Plätzchen und selbstgemachtem Glühwein, bastelte ich uns auch einen Adventskranz und musste mich mit der Türkischen Post herumschlagen. Denn nachdem ich endlich herausgefunden hatte, dass sich das Weihnachtspäckchen meiner Mutter in Kadiköy auf der Poststation befindet, hieß dies noch lange nicht, dass ich es auch bekam. Nein, da es nur auf den Namen meiner Mitbewohnerin registriert war, konnte ich mein eigenes Päckchen nicht abholen. Am 18.Dezember hatte ich es dann endlich in Händen und wenige Tage später trudelte ein weiteres Päckchen ein, so dass wir in der letzten Woche vor Weihnachten aus dem Plätzchen-Essen gar nicht mehr herauskamen. 

Weihnachtspäckchen
Ich werde mich auch nie mehr über Regen in Bremen beschweren, denn Istanbul schlägt es bei weitem.Und da es hier nicht mal richtige Abflusskanäle gibt, habe ich mir hier wie viele Türkinnen und Türken Gummistiefel zugelegt. Kurz vor meinem Abflug gab es dann auch noch Schnee-Chaos. Nicht dass es so unglaublich viel Schnee gewesen wäre, aber in einer 13 Millionen Stadt ohne Winterreifen und Streudienst verursacht das ganz schnell Unfälle, Stau, Fähren, die nicht mehr fahren und Flüge, die verspätet sind – mein Flug allerdings nicht und so kam ich pünktlich am Freitag hier in Frankfurt an.

Und es regnet und es regnet und es regnet...

So und nun muss ich wieder zurück zu meinem Weihnachtsessen!!
MUTLU NOELLER
Eure Marina



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